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Horsemanship

Veröffentlicht am 30.12.2012

Wer hat nicht schon einmal das Wort HORSEMANSHIP gehört oder gelesen und sich gefragt, was genau es denn nun damit auf sich hat?

Jeder Reiter oder Pferdehalter wird seine eigene Vorstellung davon haben.

Ich versuche mal meine persönliche Sichtweise und meine Gedanken dazu darzustellen.

Meine Begeisterung zu dem Thema entwickelte sich z.B. bei guter Literatur. Einige Bücher die mich geprägt und gefesselt haben waren u.a. die Bücher von Mark Rashid. Seine Geschichten sind authentisch und spannend,
lassen sich aber auch gut auf den Alltag übertragen. Sie regten mich zum Nachdenken an und ich probierte einige Dinge aus und siehe da, mit Gefühl und Geduld ließen sich schon einige Problemchen lösen. Das Buch von Ray Hunt - Harmonie mit Pferden, hat mir auch sehr gefallen. Es zielt nur auf eines ab, nämlich, die eigene Sichtweise zu überdenken und mehr auf Herz und Bauchgefühl zu hören, als sich zu sehr auf Techniken und Hilfsmittel zu verlassen.

Neben den Büchern, durfte ich aber auch über die Jahre, viele verschiedene Trainer kennen lernen und Einblicke in ihre Trainingsmethoden gewinnen.

Auf Tageskursen wurde dies noch deutlicher, da man einfach viel mehr Zeit mit diesen Personen verbrachte.

Man mag es kaum glauben, aber beim gemeinsamem Mittagessen und dem Small Talk zwischendurch konnte man die Einstellung zum Pferd, die der jeweilige Trainer hatte noch viel besser durchschauen.

Besonders einer konnte mich begeistern, Jean-Claude Dysli. Ich fand seine Erzählungen witzig, rührend und lehrreich. Ich bin sehr von ihm und seiner Weise mit den Pferden zu arbeiten angetan. Es gibt natürlich noch viele weitere tolle Trainer, Mitreiter und Freunde die eine sehr ähnliche Einstellung haben.

Andere Trainer schockierten oder verärgerten mich sehr mit ihrer Sichtweise zum Pferdetraining. Es fehlten jeglicher Respekt und die Achtung vor dem Pferd. Sogar bei dem Umgang mit Menschen haperte es an vielen Ecken und Enden. Von diesen Leuten habe ich jedoch auch etwas gelernt: Wie man es nicht machen sollte! Ärgerlich war am Ende nur das Geld, das man auch noch bei diesen Kursen gelassen hatte und das verschwendete Wochenende.

Aber durch diese Erfahrungen, Gespräche und Menschen weiß ich, was Horsemanship für mich letztendlich bedeutet:

Ein fairer Umgang mit dem Partner Pferd!

Dazu gehört:

- Eine möglichst artgerechte Haltung mit viel Luft, Bewegung und Sozialkontakten

- fachgerechte Fütterung

- passendes und dem Ausbildungsstand des Pferdes angemessene Ausrüstung

- ein Training, das dem Leistungsstand angemessen ist und das Pferd nicht überfordert

- Pflege und Fürsorge

- und schlussendlich viel Verständnis für die Instinkte und Verhaltensweisen des Pferdes

 

Noch wichtiger ist aber die Bereitschaft an sich selber zu arbeiten. Wir brauchen für gutes Horsemanship kein Westernreiter zu sein, wir brauchen kein spezielles orange farbenes Stöckchen oder einen Round Pen, denn jeder Reiter kann ein guter Horseman werden und zwar mit der richtigen inneren Einstellung. Wir müssen lernen, die Botschaften des Pferdes zu lesen und wir müssen ihm stets ein fairer, konsequenter und starker Partner sein. Und dies ohne Gewalt, Druck und Zwang, sondern mit viel Zeit, Geduld, Liebe und Verständnis.

Es spielt dabei keine Rolle in welchem Sattel wir sitzen, oder welche Reitweise wir bevorzugen, denn Horsemanship ist eine Philosophie und eine gesunde Einstellung zum Pferd nicht mehr und nicht weniger.

 

Viel Spaß mit euren Pferden wünscht euch, Yvonne Rommerskirchen – Faires Pferdetraining

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