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Sicherheit im Reitsport

Veröffentlicht am 19.03.2013

Das Reiten, so wunderschön dieses Hobby auch ist, führt die Unfallstatistiken leider weit vorne an.

Vor allem schwere Kopfverletzungen sind meist Folge eines Sturzes vom Pferd.

Aber auch Rippenfrakturen, Wirbelverletzungen, schmerzhafte Prellungen, Bisswunden und Blutergüsse werden im Krankenhaus regelmäßig behandelt.

 In der Ausbildung von Pferd und Reiter muss der Grundstein gelegt werden, um Unfälle und Verletzungen zu vermeiden bzw. zu minimieren. Es sollten gewisse Regeln beim Umgang mit dem Pferd beachtet werden und auch das Pferd sollte soweit geschult werden, dass es an viele verschiedene Situationen gewöhnt wird.

Doch auch die beste Ausbildung und Aufklärung schütz einen manchmal vor Unfällen nicht, denn Pferde sind und bleiben Fluchtiere mit starken Instinkten!

Bei dem einen Tier kommt der Fluchtinstinkt, oder das Temperament vielleicht weniger zur Geltung wie bei dem anderen Zeitgenosssen, aber auch die sogenannten „Lebensversicherungen“ oder die „alten Hasen“ können ausrutschen, stolpern, durch Schmerzen buckeln oder im Gelände in eine ungewohnte, nicht alltägliche Situation kommen vor der sie sich erschrecken.

 Wie kann man sich also noch schützen?

 Der Markt ist voll von Helmen, Sicherheitswesten und Rückenprotektoren.

Und gerade in punkto Reithelm hat sich unheimlich viel in den letzten Jahren getan. Wer kennt sie noch, die hässlichen, schwarzen Samtkappen aus der Reitschule von damals. Von der Optik mal abgesehen, war der Schutz
dieser Kopfbedeckungen mehr als Zweifelhaft, oft nur durch ein Gummiband gehalten oder wegen dem defekten Klippverschluss durch einen Knoten auf den Kopf gebunden. Die individuelle Passform war meist auch nicht gegeben, man nahm halt, was gerade am Haken der Reitschule hing. 

Da sieht es doch heute schon deutlich rosiger aus. Rosig Wortwörtlich, denn es gibt Helme mittlerweile in allen möglichen Farben und Formen. Viele Helme sind mittlerweile federleicht, luftdurchlässig und mit
verschiedenem Zubehör, wie Ohrenwärmer für den Winter zu erwerben. Für jeden modebewussten Reiter ist etwas dabei, doch viel wichtiger sollte nach wie vor der Schutz sein, deshalb sollte man beim Kauf
eines Reithelms auf folgende Kennzeichnung achten:

CE: Europäische Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung
EN 1384: Prüfbestätigung auf der Grundlage der Europanorm für Reithelme
TÜV/GS: Produktion des Herstellers wird regelmäßig vom TÜV überwacht.

 Auch der Markt der schützenden Reitwesten erweitert sich ständig, die neusten Modelle geben einem nicht mehr das Gefühl, eine „Schildkröte“ zu sein, sondern fühlen sich fast wie normale Bekleidung an. Die Westen gibt es in verschiedenen Sicherheitsstufen, beim Springreiten oder beim Vielseitigkeitsreiten sollte es schon mindestens die
Stufe 3 sein, um schwere Verletzungen im Oberkörperbereich einzudämmen bzw. zu vermeiden.

Es gibt sogar mittlerweile Airbagwesten die mit dem Sattel verbnden sind und sich bei einem Sturz, mittels einer Gaskartusche aufblasen und so sogar den Nacken vor dem Überstrecken schützen. Leider sind diese Modelle noch recht teuer. Aus Erfahrungsberichten ist jedoch bekannt, dass Reiter, mit dieser Weste, nach einem Sturz kaum einen
Kratzer abbekommen haben, sondern regelrecht wie auf Wolken gelandet sind.

 Bei jeder Schutzausrüstung gilt jedoch: Ob Helm oder Weste, die Ausrüstung muss korrekt angepasst werden. In Fachgeschäften wird man meist gut beraten und kann den Helm oder die Weste in Ruhe anziehen und korrekt einstellen und verschnallen. Außerdem sollte man bei der Sicherheitsausrüstung nicht am falschen Ende sparen, gute Ausrüstung trägt man meist über mehrere Jahre und wenn der „günstige“ Helm kratzt, drückt und man im Sommer einen nassen Kopf vom Schwitzen hat, wird er auch schnell wieder im Schrank landen, wo er weder schützt
noch nützt.

 Seit meiner Kindheit habe ich mit Pferden zu tun, seit meiner Jugend reite ich selber aktiv und seit einiger Zeit bin ich als mobile Trainerin unterwegs. Ich habe auch schon viel gesehen und gehört

 - von abgerissenen Fingern die zwischen den Anbindestrick gekommen sind

-  von gebrochenen Zehen, weil man mal eben mit Flip Flops das Pferd von der Weide holen wollte

-  von Gehirnerschütterungen, weil das Pferd einem eine Kopfnuss verpasst hat

-  von Prellungen und Quetschungen, weil das Pferd den Menschen gegen die Wand gedrückt hat

-  von Tritten und Bissen jeglicher Art

- und natürlich auch von Stürzen vom und sogar mit dem Pferd

 

Wie sagt man so schön: Nur aus Fehlern oder eigenen Erlebnissen wird man klug?

Nun, bei mir waren es wahrlich schmerzhafte Erfahrungen, die ich anderen Reitern gerne ersparen würde, deshalb begrüße ich es sehr, wenn meine Schüler auch einen Helm aufsetzen.

Denn es kann schneller gehen als man denkt und man ist selber betroffen.

 Deshalb möchte ich euch sagen: egal welche Disziplin ihr ausübt, welche Reitweise ihr bevorzugt, oder wie lieb und erfahren euer Pferd ist:

 Lasst eure Eitelkeiten mal beiseite, besiegt euren inneren Schweinehund und schützt euch, ihr habt nur eine Gesundheit!

 

 

 

 

 Viel Spaß mit euren Pferden wünscht euch, Yvonne Rommerskirchen – Faires Pferdetraining