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Alessandra und Sterntaler

 "Das Schicksal schenkt dir ein Pony, reiten musst du es selbst (oder in meinem Fall: mit Yvonnes Hilfe)".


Dieser Spruch beschreibt den Start von Sterntaler und mir wohl ganz gut. Wobei unsere Geschichte eigentlich bereits wesentlich früher beginnt. Den Entschluss zum eigenen Pferd fasste ich bereits im Mai 2013. Für mich war damals klar: Es muss ein Andalusier sein! Warum? Tja das weiß ich (wie ich Yvonne bei unserem ersten Ausritt vor Kurzem noch erzählt habe) heute selbst gar nicht mehr genau.

 

Schnell stellte sich heraus, dass ich alleine nicht zurecht kommen würde und Hilfe benötige. Nach einiger Recherche habe ich Yvonne gefunden. Bereits nach dem ersten Telefonat hatte ich einen super Eindruck. Ich habe mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt und das Gefühl gehabt, dass sie meine Situation genau nachzuvollziehen kann und ich mit meinen Gefühlen und Problemen nicht alleine bin.
Voller Hoffnung und Tatendrang gingen wir also ans Training mit Volador. Doch wie sagt man noch so schön: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Leider stellte sich (nicht zuletzt auch durch Yvonnes fachmännische Einschätzung, die sich nach kürzester Zeit eins zu eins bestätigte) heraus, dass der 6 jährige Wallach bereits an Arthrose leidet. Dies wurde leider trotz AKU und mehrmaligem Probereiten nicht festgestellt. Schweren Herzens und nach langem Hin und Her entschloss ich mich dazu den Wallach an den Verkäufer zurück zu geben. 

 

Obwohl ich nach dieser Erfahrung zunächst Abstand von dem Thema Pferd nehmen wollte, ließ es mich nie wirklich los. Da ich bereits als Kind lange Zeit ein New Forest Pony besaß mit dem ich quasi aufgewachsen bin war klar, dass diese Tiere einfach in mein Leben gehören. So startete ich im Anfang 2014 einen ganz neuen Anlauf. Auch wenn es mir (genau wie das Mal davor) gar nicht schnell genug gehen konnte, bin ich dieses Mal jedoch vollkommen anders an die Sache heran gegangen. So habe ich mir zunächst einmal überlegt: „Was ist dir denn überhaupt wirklich wichtig an deinem Freizeitpartner Pferd?“. Nach reichlicher Überlegung und umfangreichem Ausprobieren bin ich schließlich (überraschenderweise) bei den Haflingern hängen geblieben. Bereits als Kind mochte ich diese Rasse immer. Es sind zwar keine Andalusier, aber dennoch verband mich von Anfang an etwas mit diesen Pferden. Die entscheidende Erkenntnis war dabei für mich: „Äußerlichkeiten sind für mich nebensächlich, das Wichtigste ist der Charakter und, dass wir zusammen harmonisieren“.

Bei der Auswahl ließ ich mir dieses Mal wesentlich länger Zeit. So habe ich im August 2014 schließlich Sterntaler, einen damals 3 jährigen Wallach gefunden. Es war wirklich Liebe auf den ersten Blick. Nachdem mehrere Besuche bei Sterntaler und seinem Züchter und dann auch die Große AKU mit Bravour verlaufen sind, kam er Anfang August zu mir.

Bereits während der Suche nach dem passenden Pferd wusste ich: Yvonne muss auf jeden Fall bei unserem gemeinsamen Weg mit dabei sein.
Und das ist sie bis heute.
Was mir an Yvonne besonders gut gefällt ist, dass sie stets das Pferd als Tier mit allen dazugehörigen Instinkten und Verhaltensweisen in den Vordergrund stellt.
So sind es eben keine Kuscheltiere, sondern Tiere mit einem noch stark ausgeprägten Instinkt. Yvonne versteht es immer wieder ihren Schülern genau dies deutlich zu machen. Sie bleibt immer fair, ohne dabei jedoch das Verhalten der Tiere zu verharmlosen oder zu ignorieren. Da ich von Kind an Kontakt zu Pferden und zum Thema Horsemanship habe, war mir dies im Kern vollkommen klar. Dennoch habe ich durch Yvonne (vermutlich auch, weil ich damals eben einfach noch Kind mit einer anderen Vorstellung der Dinge war), bereits unglaublich viel dazu gelernt. So habe ich zum Beispiel für mich verstanden, dass das Verhalten meines Pferdes stets ein Siegel meines eigenen Verhaltens ist. Wie fast alle Pferde ist Sterntaler sehr sensibel was meine aktuelle Stimmung angeht. Er merkt beispielsweise direkt an meinem Gang und an der Begrüßung, ob ich aus dem Büro komme, oder nicht. Yvonne hat mir deutlich gemacht, dass sich selbst solche unterbewussten und minimalen Verhaltensweisen auf mein Pferd übertragen. So erinnere ich mich zum Beispiel noch an eine unserer ersten Reitstunden. Es klappte bereits ganz gut und Sterntaler machte seine Sache für sein Alter von Anfang an wirklich außerordentlich super. Bei der besagten Reitstunde gelang es mir jedoch partout nicht ihn gerade anzuhalten. Jedes Mal drehte er sich mit der Hinterhand nach innen weg. Aus Frust schob ich dieses Verhalten auf äußere Faktoren wie den Wind und, dass es eben kalt ist heute. Yvonne sagte mir dann: „Mir ist heute von Anfang an aufgefallen, dass du sehr nervös und angespannt bist liebe Sandra. Versuche einfach einmal beim anhalten auszuatmen und deinen Körper zu entspannen“. Und siehe da, es funktionierte.

 

Auch am Boden hatten wir immer wieder derartige Erlebnisse. So legt Yvonne uns stets erst die Basis am Boden, bevor wir die Übungen dann im Sattel versuchen. Yvonne nimmt dabei  immer Rücksicht auf das Alter und den aktuellen Trainingsstand meines Pferdes. Da wir die Vermutung haben, dass er wie viele junge Pferde früh und zügig eingeritten wurde, geben wir ihm nun genügend Zeit zu lernen, zu entdecken und auch Fehler zu machen. Seitdem wir diese Strategie fahren und auch (im Vergleich zu dem Stand der Ausbildung beim Züchter) noch einmal mehrere Schritte zurück gegangen sind, harmonisieren wir wirklich unglaublich gut. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass Sterntaler diese Art des Trainings vollkommen begeistert annimmt und unglaublich Spaß bei der Arbeit hat.
So akzeptierte er im Rahmen des Probereitens beim Züchter das Gebiss nie wirklich gut, dies fiel mir bereits bei dem Vorreiten der Ausbilderin auf.
Sterntaler fühlte sich unwohl und war gestresst. Dank der Ausbildungsweise von Yvonne (die wie gesagt das Pferd als Tier und nicht als Sportgerät in den Vorgrund stellt) hat er unglaubliche Freude am Tranig Selbstverständlich versuchen wir dieses auch so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Sterntaler ist ein unglaublich neugieriges und aufmerksames junges Pferd. Mittlerweile ist er 4 Jahre alt und er wird auch immer mutiger. Besonders die gemeinsamen Übungen mit Flatterband und Plane haben ihn trittsicher und selbstbewusster gemacht.

 

Der erste, richtige Ausritt im Sommer 2015.Der erste, richtige Ausritt im Sommer 2015.

Unser Höhepunkt, bis jetzt :-) war in jedem Fall der erste Ausritt vor Kurzem. Bis auf ein paar sehr kurze Strecken im Sattel und ausgiebige Spaziergänge an der Hand, war es in der Tat das erste Mal. Trotz meiner Nervosität habe ich mich durch Yvonnes Anwesenheit sofort sicher gefühlt. Sterntaler war zwar auch super entspannt und einfach nur glücklich mit mir zusammen draußen zu sein, jedoch war es mir auch ganz wichtig Yvonne dabei zu haben. Wir waren jedoch nicht nur zu dritt. Dadurch, dass Yvonne ihr eigenes Pferd Cody ebenfalls dabei hatte, gab sie uns die Sicherheit die wir beide brauchten. Schnell zeigte sich, dass wir absolut in unserem Element waren und so nutzen wir den Ausritt als kleine Trainingsstunde. Sterntaler lief vorne, Sterntaler lief hinten, wir übten stehen bleiben, etc. Das Highlight war jedoch das Passieren der Autobahnbrücke am Ende. An der Hand haben wir dies bereits des Öfteren geübt und wir sind auch jedes Mal gut drüber gekommen. Jedoch haben wir beide (Sterntaler und ich) einen gewissen Respekt vor der Brücke, da er doch immer etwas hektisch reagiert hat. Yvonne rief mir also noch einmal ins Gedächtnis, dass sich mein Pferd immer an meinem Verhalten orientiert und darauf reagiert. Sie gab mir die Sicherheit und das Vertrauen in mein Pferd diese Hürde mit ihr gemeinsam zu überwinden. Im Moment des Passierens der Brücke habe ich wirklich versucht die wichtigsten Tipps von Yvonne des gesamten letzten Jahres umzusetzen: „Gib deinem Pferd durch deine Hilfen, deine Atmung und deine Körperhaltung die Sicherheit, die es braucht“. Und es hat problemlos (viel besser als ohne Yvonne an der Hand) geklappt.

 

Auch wenn ich finde, dass ich das aller beste Pony der Welt habe :-) weiß ich aber auch, dass wir dies zu einem großen Teil durch Yvonne erreicht haben. Mit ihrer Hilfe geben wir ihm die Möglichkeit sein Potential voll auszuschöpfen, ohne ihn seinen jungen Jahren dabei zu überfordern.

 

Zuletzt möchte ich dir liebe Yvonne auch einfach sagen, dass ich im letzten Jahr unglaublich viel über mich selbst gelernt habe. So habe ich wesentliche Schwachstellen an mir erkannt und bin diese auch bereits angegangen. Ich freue mich auf viele weitere gemeinsame Jahre und bin gespannt, was noch alles auf uns zukommt.

 

Alessandra - 2015