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Angst im Reitsport, ein Taubthema?!

Veröffentlicht am 08.11.2013

 

Was tun, wenn die  Leidenschaft zum Pferd Leiden schafft?

Sie ist häufiger zu Gast an den Reitställen als man glauben mag, die Angst.

Und betroffen sind nicht nur Anfänger, Späteinsteiger oder Angehörige von Pferdemenschen.

Nein, auch Berufsreiter oder Trainer kennen sie, die Angst die einem manchmal im Nacken sitzt.

Sie meldet sich bei Situationen im Umgang mit Pferden, häufiger jedoch beim Reiten selber.

 

Aber was kann man selber tun, wenn die Leidenschaft zum Pferd Leiden schafft?

 

Vorab ein paar Worte zur Angst.

Angst kann man als Warnsystem unseres Körpers verstehen. Sie warnt uns vor möglichen Gefahren und schützt uns davor, nichts dummes oder gefährliches zu tun.

Um Angst beim Reiten auszulösen sind meist einige Situationen voran gegangen, die sich unser Gehirn abgespeichert und ganz genau gemerkt hat.

Dies können eigene Unfälle beim Umgang mit dem Pferd gewesen sein oder Stürze beim Reiten.

Manchmal muss man selber den Schaden aber gar nicht am eigenen Leib erfahren haben, denn es reicht schon aus, es bei Stallkollegen hautnah miterlebt zu haben, oder es vielleicht sogar nur aus Erzählungen gehört zu haben.

Wie stark jeder einzelne Mensch auf gewisse Situationen mit Angst reagiert ist jedoch sehr unterschiedlich, es ist schlichtweg eine Typ- und Charakterfrage.

Ein unglücklicher Sturz kann den einen Reiter dazu verleiten, das ganze Hobby an den Nagel zu hängen, ein anderer Reiter steckt dieses Ereignis vielleicht ganz locker weg und sitzt bald schon wieder unbeschwert im Sattel.

Bei einem Anfänger reicht manchmal das pure Kopfkino aus, um sich in gewisse Ängste hinein zu steigern „Weißt du noch, die Jutta ist doch beim Springen so schlimm gestürzt und hat sich das Schlüsselbein gebrochen“ so ein Satz, kann bei sensiblen Reitanfängern ausreichen, um sie vom Springsport gänzlich abzuhalten. 

 

Aber es gibt auch andere Ängste.

 

Es muss nicht immer die Angst davor sein, sich und seinen Körper zu schädigen.

Es gibt auch Angst vor dem Versagen, oder die Angst vor Blamage.

Wer kennt sie nicht, die Zaungäste an der Hallenbande, die einem dort tuschelnd beim Reiten zusehen? Der erste Turnierstart mit den vielen Zuschauern und dem überfüllten Abreiteplatz.

Oder das Probereiten, als Reitbeteiligung wenn der Pferdebesitzer daneben steht und einem dabei auf die Finger sieht?

Dies sind sicherlich harmlosere Ängste, doch auch diese können uns behindern und blockieren.

Man fühlt sich vielleicht völlig leer im Kopf, vergisst Dinge die plötzlich vorher selbstverständlich waren.

Die Kopfblockade ist vorprogrammiert und diese wirkt sich dann leider auch auf den Rest unserer Handlungen aus.

 

Doch wie können wir mit Angst umgehen?

Der erste und wichtigste Schritt ist es auf jeden Fall sich seine Angst einzugestehen.

Wir müssen sie akzeptieren lernen, denn sie ist nun mal plötzlich aufgetaucht oder war vielleicht unterbewusst schon immer vorhanden.

Erst wenn wir uns unsere Ängste eingestehen, können wir anfangen bewusst und aktiv gegen sie zu arbeiten. Und hier ist das Stichwort definitiv : Immer in kleinen Teilschritten!

 

Sich nach einem Unfall z.B. mit großer Angst aufs Pferd zu setzen und sich direkt zu überfordern, indem man sich zum Beispiel zum Galopp überreden lässt, wäre ein Fehler.

Der Körper würde sich verkrampfen und auch der Kopf und unser Denken würde ebenfalls blockieren, es kommt im schlimmsten Fall zu einem Black Out und man sitzt nur noch starr und steif, als blinder Passagier auf dem Pferd. Der nächste Sturz wäre evt. vorprogrammiert.

Sich der Angst zu ergeben wäre aber ebenfalls ein Fehler, denn dafür lieben die meisten Menschen das Hobby Pferde und Reiten zu sehr. Sie geben aus Angst das Hobby auf und leiden Jahrelang darunter. So weit sollte es ebenfalls nicht kommen.

Manchmal muss man eine Person die Angst hat, auch ein wenig überreden und „ins kalte Wasser werfen“ um ihr aus der Angstspirale heraus zu helfen.

Aber bitte immer mit guter Vorbereitung, Einwilligung und mit einem Auge auf sämtliche Sicherheitsaspekte.

Und als Betroffener sollte man sich immer daran erinnern, dass man alle Zeit der Welt hat, man sollte sich zu nichts zwingen lassen, dass einem ein mulmiges Gefühl gibt, denn die Angst ist wie gesagt auch eine Schutzfunktion unseres Körpers.

Dann wird es auch Stück für Stück funktionieren, sich zurück in den Pferdestall, in den Sattel, auf das Turnier, zum Gruppenausritt oder was auch immer uns Freude mit unseren Pferden macht, zurück zu kämpfen.

 

Der Umgang mit Pferden sollte uns Freude bereiten und keine Magenschmerzen. Der Umgang mit Pferden sollte uns Freude bereiten und keine Magenschmerzen.

 

Viel Spaß mit euren Pferden wünscht euch, Yvonne Rommerskirchen – Faires Pferdetraining

 

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