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Clickertraining mit dem Pferd

Veröffentlicht am 19.12.2018

und was Weihnachtskekse damit zu tun haben

In der Weihnachtszeit wird viel genascht, ob Schokolade, Kekse oder andere Leckereien, sie haben alle eins gemeinsam, sie geben uns ein gutes Gefühl und machen uns glücklich. Leider führen sie auch zu Hüftgold, aber das ist ein anderes Thema.

Wenn die Kekse uns gute Laune bereiten und glücklich machen, tun wir dafür vielleicht auch Dinge, die uns sonst nicht soviel Spaß machen. So ist unter Umständen ein Besuch bei der Schwiegermutter erträglicher, wenn dort als Belohnung leckere Kekse in Aussicht gestellt werden.
Ok, der Vergleich war gemein, aber es geht hier ja nur um ein Beispiel und irgendwie muss ich eine Einleitung zum Thema finden ;-)

 

 Ihr habt alle sicher schon mal vom Clickertraining gehört oder gelesen, meist im Zusammenhang mit Zirkuslektionen oder Freiheitsdressur, doch der kleine Knackfrosch kann noch soviel mehr!

 Ich möchte euch hier mal einige Beispiele geben:

- Ihr träumt von Freiarbeit und Zirkuslektionen? Möchtet eurem Pferd zur Abwechslung kleine Tricks und Kunststücke ohne Zwang und Druck beibringen? Hier leistet euch der Clicker wunderbare Dienste.


- Jeder Tierarztbesuch artet in Stress und wehrhaftes Verhalten aus? Medizinisches Training mit dem Clicker ist das Zauberwort.

 

- Ihr sucht eine Möglichkeit, euer Pferd bei der Handarbeit und Gymnastik an der Longe schneller zu belohnen?
Auch hier kommt der Clicker zum Einsatz.

 

- Ihr denkt, beim Reiten ist dann aber Schluss mit dem clicken? Da stößt er endgültig an seine Grenzen? 
Weit gefehlt! Auch hier kann er uns noch schneller und präziser zum gewünschten Verhalten oder einer Lektion führen (wie z.B. einem schönen Kruppe herein)

 

 


Der Clicker leistet uns überall dort Dienste, wo wir ein gewünschte Verhalten, oder eine bestimmte Bewegung unseres Pferdes schnell, präzise und gleichbleibend bestätigen und einfangen möchten.

Die häufigste Angst der Pferdebesitzer, wenn sie vom Clickertraining und der Belohnung mit Leckerli hören, ist oft, dass sich das Pferd zu einem drängelnden, Kekse fordernden und schnappenden Monster entwickelt. 
Ja, das kann passieren, wenn man das Pferd falsch, oder unter schlechter Anleitung trainiert.
Trainiert man korrekt, wird nämlich das Gegenteil eintreten und freche, distanzlose und forsche Pferde werden zu höflichen Musterschülern! Gerade für vermeintliche "Problempferde" eignet sich diese Art des Trainings hervorragend. 

Aber mit dem bloßen Kauf des Knackfrosches ist es nicht getan. 
Unser Pferd muss natürlich erstmal lernen, dass dieses Geräusch das Versprechen auf eine prima Leckerei ist. 

Wichtig hierbei: Das Pferd bestimmt die Belohnung!
Nur weil ich die gekauften Kekse aus dem Geschäft für eine super Idee halte, findet mein Pferd klein geschnittene
Möhrenstückchen vielleicht viel besser.
Ihr solltet also im Vorfeld ein wenig testen was euer Pferd richtig super findet.
Apfel, Möhre oder selbstgebackene Leckerli, hier dürft und müsst ihr euch munter ausprobieren.
Selten gibt es auch Pferde die sämtliche Leckereien verschmähen und lieber ausgiebig gekrault oder geputzt werden möchten, dann ist das vielleicht die super Belohnung für euer Clickgeräusch.

Wie fangt ihr also nun mit dem Training an? Im ersten Schritt wird nur das Geräusch erzeugt und sofort danach dem Pferd ein Leckerli gegeben. Dies wird schnell und oft hintereinander wiederholt. Ob dabei 10 Clicks an einem Tag reichen, oder es an 3 Tagen 30 Clicks sein müssen entscheidet euer Pferd. Jedes Pferd hat sein eigenes Lerntempo, wie wir Menschen, sind auch sie ganz individuell. 
Das Pferd lernt jetzt also erstmal nur, dass bei diesem Geräusch etwas tolles und positives folgt.

Ob unser Pferd verstanden hat, was der Clicker bedeutet können wir folgendermaßen testen:
Unser Pferd ist abgelenkt und schaut z.B. in der Gegend herum, wir clicken und wenn es sich nun erwartungsvoll zu uns dreht können wir sicher sein, dass es verstanden hat, dass der Click etwas verspricht und etwas Schönes bedeutet.

Jetzt hat eine Klassische Konditionierung statt gefunden. Click = Keks = Gutes Gefühl und wir können mit dem eigentlichen Training unserer Wunschziele starten.

Und jetzt sind unserer Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt.
Was wir mit unserem Pferd erarbeiten, oder verbessern wollen bleibt uns überlassen.

Nun bewegen wir uns im Bereich der Operanten Konditionierung, denn wir werden nun auch Signale einführen, die das gewünschte Verhalten auslösen sollen.
Dies können Wörter, Gesten oder Berührungen sein.

Durch viele Wiederholungen und dem positiven Verstärken durch die Gabe einer Belohnung, wie z.B. dem Möhrenstückchen im richtigen Moment, wird unser Pferd nun das gewünschte Verhalten immer öfter und
natürlich freiwillig und gerne zeigen!

Und hier kommt der Punkt warum ich den Clicker so liebe:

Es wird weder mit Zwang, noch mit Angst, oder Stress gearbeitet, um dem Pferd ein Verhalten anzutrainieren, sondern rein über Lob und gute Gefühle.

Aus Erfahrung kann ich sagen, die Pferde laufen zu Höchstform auf, wenn man sein Training auf Basis der positiven Verstärkung aufbaut und vom Strafen absieht. Denn was sie alles nicht machen sollen, kriegen sie bei den meisten Trainings oft genug aufs Brot geschmiert und diese Pferde sind nicht gerade gut gelaunt und motiviert, geht mal mit offenen Augen durch die Ställe und Reithallen! ;-)

Hier möchte ich euch noch ein Foto eines möglichen Trainings zeigen:

 

 

Diese junge Stute war vor Beginn des Trainings äußerst aufdringlich und distanzlos. Innerhalb von zwei Einheiten hat sie verstanden hinter einer Linie stehen zu bleiben und sogar ihren Blick abzuwenden. Sie hat also sehr schnell gelernt, dass höfliches Verhalten zum gewünschten Leckerli führt und nicht wie zuvor freches Einfordern.

 

Fairerweise möchte ich natürlich darauf hinweisen, dass es auch zu unerwünschten Fehlern kommen kann und man einiges falsch machen kann.

Gerade wenn wir über das Thema Timing, Konsequenz und Reaktion sprechen.
Aber da stehe ich euch gerne mit Rat und Tat zur Seite und erkläre euch gerne ausführlich, wie ihr mit dem Training starten könnt und was alles möglich und machbar ist.

 

Eine schöne Weihnachtszeit und viele leckere Kekse wünscht euch

Yvonne Rommerskirchen - Faires Pferdetraining

 

 

 

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